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Kretische Feiertage

So verbingen wir auf Kreta die Feiertage

Feste voller Tradition und Lebensfreude. 

Die Insel Kreta in Griechenland feiert ihre kulturelle Identität und Geschichte mit lebendigen Festen, die das ganze Jahr über stattfinden. Von religiösen Feiertagen bis hin zu traditionellen Volksfesten bieten die kretischen Feierlichkeiten einen faszinierenden Einblick in die lokale Kultur.

Kretische Feiertage sind Momente des Zusammenseins und der Freude. Sie geben uns die Möglichkeit, in die reiche kretische Kultur einzutauchen, die Traditionen zu erleben und die Herzlichkeit der Menschen zu spüren. 

Seien Sie Teil dieser einzigartigen Festlichkeiten und erleben Sie die lebendige Seele Kretas in ihrer vollen Pracht.

  • Rethymno Innenstadt
  • Magnolie
  • Salat
  • Potamon Damm
  • Skelett

Neujahr

Für Kinder wohl einer der wichtigsten Tage im Jahr ist der Neujahrstag. Es ist der Namenstag des „Heiligen Wassilios“ und der bringt traditionell in der griechisch-/kretischen orthodoxen Welt die gewünschten und heiß ersehnten Geschenke. 

Traditionell ist aber auch der Aberglaube, dass man am Neujahrstag, um Unglück zu vermeiden, beim Betreten einer Wohnung die Türschwelle immer zuerst mit dem rechten Fuß übertreten muss und dass man auf gar keinen Fall offene Rechnungen an diesem Tag begleichen darf.

Karneval

Karneval auf Kreta? Eher nicht - oder? 

Doch! Rethymno ist hinter Patras die Hochburg des griechischen Karnevals. Und das auch schon seit 1914, als sich Kreta Griechenland angeschlossen hatte und es deshalb fröhliche Veranstaltungen und Feiern gab. Die Karnevalszeit endet am Sonntag mit einem großen Umzug von Motivwagen und maskierten und verkleideten Fußgruppen. Musikkapellen gibt es jedoch nicht. Dafür sind aber auf der gesamten Wegstrecke, die durch die gesperrten Straßen der Innenstadt führt, Lautsprecher aufgestellt und es läuft überall dieselbe Musik. Kurioserweise sind das überwiegend latein-amerikanische Weisen und die Fußgruppen laufen im Rhythmus des lautstarken Sounds und zeigen dabei eine ziemliche Kondition. 

Das Märzarmbändchen

Nach einem alten Brauch trägt man in Griechenland im März, dem Monat, der den Sommeranfang einleitet, feine, aus weißen und roten Fäden gedrehte oder geflochtene Armbändchen ums Handgelenk. Sie sollen vor allem vor der als besonders glühend empfundenen Μärzsonne, aber auch vor dem bösen Blick, dem sogenannten „μάτι“ (Auge) schützen. Das „βραχιολάκι του Μάρτη“ wird so lange getragen, bis es von selbst abfällt, oder am 31. März wieder abgenommen.

25. März - Nationaler Feier- / Gedenktag

Fast 400 Jahre lang litt Griechenland unter der Fremdherrschaft durch die Türken. Am 25. März 1821 begann dann aber der finale Freiheitskampf der Griechen gegen die osmanische Unterdrückung, wobei sehr viele Kämpfer heldenhaft den Tod fanden und führte aber letztendlich zum freien griechischen Staat. Schon im Jahre 1838 wurde dann der 25. März durch den griechischen König Otto zum Feiertag erklärt. 

Aber nicht nur einen politischen Hintergrund gibt es für diesen Tag, sondern auch einen religiösen. Es wird an diesem Tag "die Verkündigung der Geburt Jesu" - (in griechisch: "Ευαγγελισμού") gefeiert, denn in exakt 9 Monaten haben wir schon wieder Weihnachten. Es gibt also zwei Anlässe, um diesen Tag zu erinnern. Natürlich soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass am 25. März Evangelos (Vangelis) und Evangelia (Vangelio, Litsa) ihren Namenstag feiern.

Chronia polla

Der gebräuchlichste Glückwunschspruch lautet: „xronia polla“, (gr.: Χρόνια πολλά = wörtlich übersetzt: „viele Jahre“), oft versehen mit dem Zusatz; „me ijia“, (gr.: με υγεία, d.h. „mit Gesundheit“). Gesagt oder geschrieben werden die Wünsche anlässlich eines Geburts- oder Namenstages. Bei Glückwünschen zum Geburtstag kann man auch noch den Satz gebrauchen: wörtlich = „Du sollst 100 Jahre vollenden“ = „na ta ekatostisis“ (gr.: να τα εκατοστήσεις). 

Geburtstagsfeiern sind nicht so wichtig (nur für Kinder natürlich), aber die Glückwünsche an einem Namenstag nicht auszurichten, kommt auf Kreta und im übrigen Griechenland fast einer Todsünde gleich. Namenstag ist für orthodoxe Christen das höchste persönliche Ereignis und äußerst wichtig. Daher gibt es auch für „Namenstag“ ein spezielles Kapitel.

1. Mai

Bei uns ist der 1. Mai bekannt als "Tag der Arbeit". Traditionell bringen sich da die Gewerkschaften ins Gespräch mit entsprechenden Demonstrationen und Großveranstaltungen. Anders ist es auf Kreta und im sonstigen Griechenland. Hier wird der Tag "Frühlingsfest" genannt. Es werden schöne bunte Blumenkränze gebunden und an oder über die Haustüren gehängt (manche haben auch kleinere Blumenkränze an den Innenspiegel im Auto gebunden). 

An diesem Tag sind die griechischen Familien unterwegs und es wird in der freien Natur ein Picknick abgehalten. Wenn es möglich ist, wird ein Lamm geschlachtet und am Spieß gegrillt. Die Kränze bleiben hängen bis zum Tag der Sonnenwende am 21. Juni. An diesem Tag werden sie dann verbrannt. Natürlich sind öffentliche Einrichtungen, Banken und Geschäfte am 1. Mai geschlossen (mit Ausnahme der Touristikgeschäfte).

Namenstag

Der Namenstag ist der größte persönliche Festtag eines Jahres und wird von orthodoxen Christen auf Kreta und im übrigen Griechenland ausführlich begangen.

Selbstverständlich wird auch der Namenstag des Heiligen der jeweiligen Kirche oder Klosters sowie eines Dorfes ausgiebig gefeiert. Es herrscht dann oft Volksfestcharakter; Essen und Getränke werden gereicht und natürlich spielen Musiker (auf Kreta mit dem unverwechselbaren Klang der Lyra) zum (Volks-)Tanz auf. 

Der Namenstag ist ja bekanntlich immer am gleichen Tag, Jahr für Jahr. Denkste! Natürlich gibt es auch hier die Ausnahme von der Regel. Sollte der Namenstag von Georgos, der auf den 23. April terminiert ist, innerhalb der Vor-Oster-Fastenzeit fallen, wird er kurzerhand auf den Ostermontag verschoben. Feiern in der Fastenzeit sind nämlich absolut tabu.

Ostern

Ostern ist das bedeutendste Ereignis im orthodoxen Kirchenkalender. Eingeleitet wird die Vorosterzeit mit Beginn der Fastenzeit, die ab Rosenmontag anfängt und 49 Tage dauert. Für die Karwoche, die in Griechenland „Große Woche“ genannt wird, gelten besonders strenge Fastenvorschriften. Am „Großen Freitag“ wird Christus zu Grabe gelegt und nach dem Trauergottesdienst zieht eine Prozession durch den jeweiligen Ort. 

Am Samstagabend beginnt die mehrstündige Auferstehungsmesse und kurz vor Mitternacht erlischt alle Beleuchtung bis auf das „Ewige Licht“ in der Kirche oder Kapelle. Um Mitternacht ruft der Priester: „Christus anesti“ (Christus ist auferstanden) und die Gläubigen antworten: „Alithos anesti“ (Wahrlich, er ist auferstanden). Dann werden die mitgebrachten Kerzen angezündet. Oft gibt es Feuerwerk und Böller werden entzündet. Traditionell wird in der Nacht noch zu Hause im Familienkreis Magiritsa (aus Innereien hergestellte säuerliche Suppe) gegessen, außerdem auch rot gefärbte Eier. Dabei hat das rote Ei zwei Bedeutungen, und zwar steht das Ei für das ewige Leben und die rote Farbe für das Blut von Jesus Christus. 

Ostersonntag treffen sich dann Familienmitglieder von nah und fern und man isst Lamm und Zicklein, die sich vorher stundenlang malerisch am Spieß gedreht haben. Da Feiertage in der griechisch-orthodoxen Kirche nach dem „Julianischen Kalender“ errechnet werden, in der katholischen oder evangelischen Christenheit aber Feiertage nach dem „Gregorianischen Kalender“ gefeiert werden, stimmen die Termine in den meisten Jahren nicht überein.

Pfingsten

50 Tage nach Ostern wird in der griechisch-orthodoxen Kirche das Pfingstfest (Pentikosti) gefeiert. Einen Tag davor (Psychosavvato) trifft man sich zum Gedenken an die Verstorbenen an deren Gräbern. Dort wird dann Kollyva verteilt (das ist gekochter Weizen, der mit z.B. Granatapfelkernen, Rosinen, Puderzucker und Petersilie gewürzt ist). 

Der Ursprungsgrund des Zusammenseins an den Gräbern ist die Erinnerung an die Jünger, die mit Christus noch 50 Tage nach seiner Auferstehung auf Erden weilten und deren Seelen „heim“ gegangen sind. Am Pfingstmontag sind in und an allen Kirchen mit dem Namen „Agia Triada“ (Heilige Dreifaltigkeit) große Feierlichkeiten.

Ochi-Tag

Ein einziges kleines Wort erfüllt die Griechen Jahr für Jahr mit erheblichem Stolz. Das Wort ist „Ochi“ (in griechischer Schrift „Όχι”) und bedeutet in deutsch „Nein“. Hintergrund ist die Aufforderung des italienischen Faschistenführers und Diktators Mussolini am 28. Oktober 1940 zur Kapitulation, die die griechische Regierung mit „Όχι” beantwortete und damit den Beginn des Krieges zwischen Italien und Griechenland bedeutete. 

An dieses Ereignis wird jedes Jahr in allen griechischen Orten mit Paraden in militärischem Stil und Umzügen von Studenten und Schülern erinnert. Daran nehmen auch alle Honoratioren des Ortes teil (Bürgermeister, Ortspolitiker, Geistliche, Feuerwehr, Musikkapellen und sonstige Vereinigungen) und die Bevölkerung steht an den Umzugswegen und ist begeistert und stolz.

Weihnachten

Für die katholische und protestantische Christenheit ist Weihnachten das bedeutendste kirchliche Fest. Das ist für die orthodoxen Christen allerdings nicht so. Da steht die Auferstehung von Jesus Christus an der Spitze der Feiertage (also Ostern). Aber natürlich ist auch das Weihnachtsfest ein hoch bewertetes Kirchenfest. Ein Unterschied ist ebenfalls noch, dass Weihnachten, nicht so wie bei uns, am 24. Dezember beginnt, sondern erst am 25. Dezember. 

Vor dem Weihnachtsfest liegt eine 40-tägige Fastenzeit, in der es den Gläubigen nicht erlaubt ist, tierische Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Am 25. Dezember besucht man dann gemeinsam den Gottesdienst und anschließend sitzt die Familie danach gemütlich zu Hause zusammen und es gibt zum Kaffee spezielles Weihnachtsgebäck und man wünscht sich gegenseitig: „Frohe Weihnachten“ (gr.: Καλά Χριστούγεννα) oder auch „Gutes Jahr“ (gr.: Χρόνια Πολλά). 

In den letzten Jahren ist es auch in vielen Familien üblich geworden, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, und zwar oft schon zwei oder drei Wochen vor dem Fest und nicht so wie bei uns erst am Heiligabend. Eine Bescherung findet übrigens nicht statt. Das wird bei den orthodoxen Christen erst an Neujahr vorgenommen.

Silvester

Silvester wird traditionell familiär gefeiert. Man sitzt zusammen und schlemmt nach allen Regeln der Kunst. Es wird viel gegessen und auch getrunken. Um die lange Zeit bis Mitternacht zum Jahreswechsel zu überbrücken werden dann Glücksspiele aller Art in Angriff genommen. Zum Wechsel der Jahre hat man einen speziellen Kuchen vorbereitet. In ihm ist eine Münze eingebacken. Wem es gelingt, dieses Geldstück zu finden, dem soll das Glück für das gesamte neue Jahr hold sein.